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Jakobsweg für Fortgeschrittene

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Auf 800 Kilometern verbraucht sie gerade mal zwei Paar Socken: Katharina Türke aus Oldenburg will den Jakobsweg in 14 Tagen meistern - diesmal allerdings nicht für den eigenen Kopf, sondern vielmehr für die Füße vieler anderer. Die 30-jährige Kommissarin sammelt Spenden zu Gunsten der "Walkabout Foundation". Im besten Falle 50.000 Euro. Von dem Geld sollen möglichst zahlreiche Rollstühle gekauft werden.

Diese Dokumentations-Reportage wird während ihrer Tour voraussichtlich täglich mit exklusiven Texten und Bildern aktualisiert. Ab Seite 24!

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Eine knappe Woche vor dem Aufbruch Richtung Frankreich sortiert Katharina Türke im Oldenburger "Café Hamburg" noch einmal ihre Gedanken. Zwischen 45 und 80 Kilometer will die 30-Jährige ab Mitte August auf dem Jakobsweg vorankommen - täglich!

Für die so engagierte Polizeikommissarin wird's bereits die sechste Tour auf dem Pilgerpfad sein. "Ich kenne jede Kurve", sagt sie, "der Jakobsweg ist mittlerweile ein Teil meines Lebens."

Diesmal jedoch ist alles ein bisschen anders. Denn erstens will sie das Mammutprogramm in deutlich kürzerer Zeit als sonst meistern, zweitens wird sie dies nicht zu Fuß tun - und drittens sollen möglichst viele Menschen von ihrer Tour profitieren. Nicht nur sie selbst.

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Eine Ersatzhose, ein Shirt, zwei Unterwäsche-Sets, zwei Paar Socken (pink), Zahnbürste und Zahncreme, Shampoo, Duschgel, Bürste, Handtuch, Schlafsack, ein Handy, Ladekabel und wenige kleine Extras: All das will Katharina Türke in ihre Fahrradtasche packen. Ach ja! Apropos - die Tour wird sie erstmals auf dem Fahrrad bestreiten. So erklären sich dann auch ihre Rad- statt der Laufschuhe und all die Ersatzteile für den Notfall.

"Diese Tage ohne größeren Luxus sind toll, ich liebe das", sagt die junge Frau. Genügen muss dieses Päckchen für volle 14 Tage. "Kein Problem, ich kann bei den Zwischenstationen abends meine Sachen durchwaschen."

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"Ich bin dann mal weg - Meine Reise auf dem Jakobsweg" hatte Entertainer Hape Kerkeling am 22. Mai 2006 veröffentlicht, Katharina Türke den höchst erfolgreichen Reisebericht gleich gelesen. Allerdings nur zur Hälfte. "Ich fand es damals unfassbar langweilig", gesteht die Oldenburgerin heute unumwunden ein.

Mittlerweile kenne sie das Buch aber in- und auswendig, von vorn bis hinten. Und wieder zurück. "Nach meinem ersten Lauf auf dem Jakobsweg war dann alles anders - und ich finde das Buch so toll!"   

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"Der Weg hat mich gelehrt, den Luxus - dem ich mir in meinem Leben nicht bewusst bin - wieder zu schätzen", sagt Katharina Türke. "Er hat mir gezeigt, dass ich nur die einfachsten Dinge benötige um glücklich zu sein. Essen, ein Bett und viele freundliche Menschen."

Was die 30-Jährige auf früheren Touren in besonderem Maße beeindruckte: die Hilfsbereitschaft. "Hier hilft jeder jedem. Ich erinnere mich an meine erste Tour, auf der mein Mitstreiter so starke Schmerzen in den Beinen hatte, dass er nur im Schneckentempo vorwärts kam. Völlig fremde Menschen haben ihn gebeten, ihnen seinen Rucksack zu geben. Sie haben ihn bis zum nächsten Dorf getragen. Die schönsten und so selbstverständlichen Dinge wie Nächstenliebe erfahre ich sehr intensiv auf jedem meiner Jakobswege.
"

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Er ist zweifellos der bekannteste Pilgerweg der Welt. Und Katharina Türke hat eine der bekanntesten Routen auf eben diesem Marsch gewählt. Los geht es ab Saint-Jean-Pied-de-Port.
Beim klassischen Jakobsweg handelt es sich um den "Camino Francés" durch Nordspanien. Der startet offiziell eigentlich erst in Puente la Reina. Genutzt, quasi zum "Einwandern" und "Aufwärmen", wird aber auch der Zulauf ab Saint-Jean-Pied-de-Port. In Frankreich, nahe der spanischen Grenze. 

Ziel der Pilger: Das Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela.

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... wird gewiss kein leichter sein. Aber die junge Frau hat den 14-tägigen Lauf schon genau durchgeplant. So:

Tag    1:  Saint Jean Pied de Port - Zubiri (47,2 km)
Tag    2:  Zubiri - Cirauqui (54,2 km)
Tag    3:  Cirauqui - Logrono (63,2 km)
Tag    4:  Logrono - Granon (57,4 km)
Tag    5:  Granon - Orbanejo Riopico (53,9 km)
Tag    6:  Orbanejo Riopico - Castrojeriz (52,7 km)
Tag    7:  Castrojeriz - San Nicolas del real Camino (74,3 km)
Tag    8:  San Nicolas d. r. C. - Mansilla d. l. Mullas (44,3 km)
Tag    9:  Mansilla de las Mullas - Astorga (68,2 km)
Tag  10:  Astorga - Ponferrada (53,5 km)
Tag  11:  Ponferrada - Alto de Poio (61 km)
Tag  12:  Alto de Poio - Portomarin (49,9 km)
Tag  13:  Portomarin - Ribadiso de Baixo (43 km)
Tag  14:  Ribadiso de Baixo - Santiago de Compostela (41,9 km)




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50.000 Euro möchte Katharina Türke sammeln, für den guten Zweck. Und für Menschen wie Miracle (Foto). Denn die britische "Walkabout Foundation" hilft in Afrika, Panama, Indonesien, Indien, Chile, Sudan und anderen Ländern - mit Rollstühlen. "Unsere Mission  ist es, die Würde, Freiheit und Unabhängigkeit von Menschen in Entwicklungsländern wiederherzustellen", heißt es, "wir produzieren Rollstühle und stellen diese bereit." Nicht zuletzt werde die Erforschung einer Möglichkeit zur Heilung von Lähmungen mitfinanziert, so die Stiftung.

Mehr als 10.000 einfache Rollstühle wurden nach Stiftungsangaben bereits produziert - und den so bedürftigen Menschen gebracht. Es fehlen noch: rund 65 Millionen weitere Fortbewegungsmittel dieser Art.
 

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Um es potenziellen Spendern etwas transparenter zu machen: So ein Rollstuhl der Walkabout Foundation ist ein höchst einfaches Instrument zur Fortbewegung. Ein kompletter Rollstuhl kostet rund 280 Euro, doch schon Einzelteile können weiterhelfen. Er ist robust und kann vor Ort in Eigenregie repariert werden. Hier die Einzelposten:

Fußstütze (2x)          13 Euro
Bremse (2x)               13 Euro
Vorderreifen (2x)    14 Euro
Reifen (2x)                  18 Euro
Griffe                             20 Euro
Armlehne (2x)          21 Euro
Polster                         29 Euro
Rückenlehne            31 Euro
Hauptrahmen          44 Euro

Was am Ende dabei herauskommt, ist Mobilität und damit Unabhängigkeit.


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"Es soll ein ganzer Container voller Rollstühle werden", so erklärt Katharina Türke ihre Motivation. Davon - und von den Kosten in Höhe von 50.000 Euro - ist sie freilich noch ein ganzes weites Stück entfernt. Gerade einmal ein Zehntel hat sie zusammen. Mit Wohlwollen - und wenn alle Versprecher ihren Worten auch Taten folgen lassen. Das sei schon ein bisschen frustrierend, sagt sie da, "aber wir geben nicht auf".

Als mindestens kompliziert erweist sich da die Internationalität des Projektes. Ginge es um gute Zwecke gleich vor der Oldenburger Haustür, wäre vielleicht schon mehr Geld zusammen gekommen. Hier aber handelt es sich um ein riesiges, weltumspannendes Hilfsprojekt.

"Wir könnten damit ganz vielen Menschen helfen, die leider nicht das Glück haben, so wie wir auf eigenen Beinen laufen zu können", sagt sie. Genau aus diesem Grunde will sie den Jakobsweg - der ja wie kaum eine andere Strecke für Freiheit und Mobilität steht - für ihr ganz persönliches Engagement instrumentalisieren.  

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Fünf Male ist die gebürtige Oldenburgerin den Jakobsweg schon abgeschritten. In diesem Jahr wird sie die Strecke auf dem Rad bewältigen. Klingt viel einfacher? Na bitt'schön: Dann sollten sich Kritiker vielleicht selbst mal bei 40 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit auf den Sattel setzen und zwei Wochen lang täglich mindestens 50 Kilometer fahren!

Beweisen muss Katharina Türke sich und anderen gewiss nichts. Sie könnte sich ja auch mit einer Spendenbox in die Fußgängerzone setzen und hoffen, dass der ein oder andere mal ein paar Cent hineinwirft.

Mit diesem Projekt, dieser Aktion, will sie aber a) auf die Hilfe der Walkabout Foundation aufmerksam machen, und b) eben nicht einfach nur warten, sondern leisten. Damit das Geld für den guten Zweck reinkommt.

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Weil potenzielle Spender oftmals einen Anreiz benötigen, hat Katharina Türke einen Plan: Sie hat quasi in Eigenregie rasch noch einige Armbänder der Walkabout Foundation produzieren lassen, um diese gegen eine Spende zu verkaufen.

Via E-Mail und übers Telefon (Kontaktdaten auf der letzten Seite!) sollen sich Interessenten melden - als Antwort gibt's dann das Spendenkonto und weitere Infos. Eine Kollegin Türkes wird die Bänder verschicken - oder bei Abholung übergeben. Gut möglich, dass da noch weitere spannende Aktionen folgen werden ...



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Den G20-Einsatz noch im Hinterkopf, hatte Katharina Türke längst schon gen Spanien vorausgeschaut. Wie auch ihr Chef.

Die Polizistin (6. Bereitschaftspolizeihundertschaft) wurde nämlich bereits offiziell "verabschiedet" und mit besten Wünschen für die herausfordernde Reise versehen: Inn
enminister Boris Pistorius (2.v.r.) und die niedersächsische Polizeipräsidentin Christiana Berg übernahmen diesen Part. 

An Türkes Seite: Ihr 29-jähriger
niederländischer Kollege Jeroen Dams (l.).

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Holländischer Begleitschutz für die junge Frau aus Oldenburg? Nötig wäre das sicherlich nicht. Aber schön ist's. Denn Jeroen und Katharina sind nicht nur Kollegen in zwei verschiedenen europäischen Ländern, sondern auch ein echtes Paar. Kennengelernt hatten sie sich - wie sollte es da anders sein - im Jahr 2013 eben auf dem Jakobsweg.
Im Jahr 2017 wird sich Jeroen indes unabhängig von Katharina den Jakobsweg erlaufen.

"The Camino has many ways to bring people together, but one of the most beautiful ways is, when it brings two souls from two different places in the world together, two people that - if it wasn't for the Camino - probably would never have met...", hat er auf Facebook geschrieben.

Der Plan sieht nun allerdings auch abendliche Wiedersehen an den Zwischenstationen vor. So lange wird man also einander nicht missen müssen. Gemeinsam Wunden kühlen - na, das ist doch am schönsten...

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278.041 Menschen waren im vergangenen Jahr den Jakobsweg nach Santiago de Compostela gelaufen. Gut möglich, dass die "Dunkelziffer" da noch sehr viel höher liegt - schließlich geht es nicht jedem Läufer oder Radler tatsächlich um die so genannte "Compostela-Urkunde". Erst recht nicht, wenn sich die gemeisterten Herausforderungen so wie bei Katharina Türke häufen.

Das Pilgerbüro hatte die meisten Pilger aus Spanien gezählt. Deutsche "Jakobswegler" belegen nach Italien den dritten Platz.

Wer sein Tun belegen möchte, kann sich seinen Pilgerausweis regelmäßig abstempeln lassen. 100 Kilometer bis Santiago de Compostela muss derjenige per pedes absolviert haben. Derer 200, wenn er mit dem Rad unterwegs war.

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Ende Juli hatten Jeroen und Katharina das letzte gemeinsame Training vor dem "Tag X" absolviert - mitten in den Bentheimer Bergen. Am zweiten August-Wochenende geht es dann mit dem Auto (und Fahrrädern) nach Frankreich. Vor Ort werden sie dann den 39-jährigen Portugiesen Joao Pateira und David Alegre Agis (26, Spanien) treffen.

Gemeinsam wird das Abenteuer dann in Angriff genommen - zwei Kollegen auf dem Rad, zwei Kollegen auf Turnschuhen. Einen Projektnamen haben sie sich auch gegeben: "800K-Team".

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Dass Katharina Türke die einzige Frau im Quartett ist, die außerdem erstmals die Strecke auf dem Rad bestreiten wird ("eine noch viel größere Herausforderung als für uns Läufer!"), nötigt ihren Mitstreitern einen riesigen Respekt ab.

"Sie wird's wie ein echter Profi machen - und garantiert wie immer dabei lächeln", sagen die Jungs stolz. Und Jeroen weiß: "Sie trainiert und trainiert, macht Crossfit - nichts wird sie stoppen!"

Das beweist schon ihre Teilnahme allein. Noch vor einem Dreivierteljahr waren sie ein Sextett, jetzt ist ein Drittel bereits weggebrochen.  Für die Oldenburgerin gibt's aber kein Zurück. Warum denn auch?

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Dass Hape Kerkeling den Jakobsweg erwandert hat, dürfte jeder halbwegs informierte Mensch mittlerweile wissen. Fernsehzuschauer kennen die Tele 5-Produktion mit den Promi-Pilgern Karl Dall, Harry Wijnvoord,
Jörg Draeger, Frederic Meisner oder Björn-Hergen Schimpf.

Doch auch Autor Paulo Coelho ("Auf dem Jakobsweg"), Papst Johannes Paul II. oder Schauspielerin Shirley McLaine (die auch ein Buch "The Camino: A Journey of the Spirit" darüber geschrieben hatte) waren hier schon unterwegs - mal mehr, mal weniger öffentlichkeitswirksam.

Wer die Strecke aber läuft, macht es in den seltensten Fällen für Ruhm und Ehre. Oftmals steckt eine innere Befreiung dahinter, der Wunsch, es sich selbst oder anderen zu beweisen. 

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Dass der "Camino" nicht mal eben so bestritten wird, weiß die Oldenburgerin nur allzu gut. Es ist noch gar nicht so lange her, dass die 30-Jährige ihren Intensivlauf nach 700 Kilometern (in 19 Tagen) abbrechen musste. Ermüdungsbruch. So lautete damals die Diagnose.

"Das erste Mal war definitiv ein Abenteuer. Ohne jegliche Vorbereitung habe ich mich auf diese Reise eingelassen. Und genau DAS war das beste daran", sagt sie.  "Man plant im Leben immer viel zu viel. Auch ich bin ein Mensch, der alles immer bis ins kleinste Detail plant, um entspannt zu sein. Jetzt, seitdem ich den Jakobsweg so gut kenne, ist es nicht mehr das große Abenteuer - sondern vielmehr eine Reise zu mir selbst. Zu dem, was im Leben wirklich wichtig ist." Deshalb werden auch solche "körperlichen Herausforderungen" Katharina Türke nicht von ihrem Weg abbringen können.

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Mal eben schnell zum Pilgern raus? Quer durch Spanien, weil man gerade Lust und Zeit hatte? Nun. Das sollte man sich vielleicht doppelt überlegen. Und abwägen. Schaffe ich es, für drei Wochen oder mehr auf meinen täglichen Luxus zu verzichten? Auf ein ordentliches Bett? Heißes Wasser? Kalte Getränke und Strom fürs Handy? 

Und halte ich Blasen unter den angeschwollenen Füßen aus? Komme ich mit Rückenschmerzen zurecht? Mit dem Muskelkater?

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Wohl jeder Fußballtrainer hat früher diesen magischen Satz gesagt: Lauf den Schmerz einfach weg! 

Das gilt natürlich nicht für Ermüdungsbrüche und andere schwerwiegende Unpässlichkeiten. Wenn es aber bloß um den Muskelkater gehen sollte... na. Eine kurze, intensive Erinnerung an das, was man zuvor bereits geleistet hat, schadet doch nun wirklich nicht. Der Rest läuft sich tatsächlich raus!  

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Man kann auch ohne Handy-Navigation durchs Leben kommen! Und dazu muss man nicht schon fünf Mal den Jakobsweg entlang gelaufen sein, um sich dort zurecht zu finden. 

Ein Blick auf die Muschel genügt. Jawohl, die Jakobsmuschel. Sie weist Pilgern schließlich den Weg. Verlaufen? Das scheint hier nahezu unmöglich. Und falls man doch mal die Muschel vor lauter Sonne nicht sieht, helfen bestimmt auch die anderen Pilger mit Ratschlägen und als Wegweiser aus.
 
Früher diente die Jakobsmuschel den Santiagopilgern als Beleg ihrer Unternehmung, wurde überdies aber auch gern zum Wasserschöpfen genutzt, heißt es. 

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Nur noch wenige Tage sind's, dann beginnt für Katharina Türke die nächste große Tour, das nächste garantiert unvergessliche Erlebnis auf dem Jakobsweg. Bis dahin wird weiter streng im Dienste des Bürgers gearbeitet, sogar am Abreisetag.

Wer ihren Weg verfolgen möchte, kann das über diese Jakobsweg-Dokumentation und der folgenden Seite tun - in regelmäßigen Abständen werden wir mit exklusiven Bildern und Eindrücken diese Multimedia-Doku aktualisieren.




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Nach einer 16-stündigen Autofahrt sind Jeroen und ich gut am Startpunkt, Saint-Jean-Pied-de-Port - dem kleinen Dorf am Fuße der Pyrenäen -, angekommen. Das langersehnte Wiedersehen mit unseren Teammitgliedern, die wir mit den Jahren auf dem ein oder anderen Jakobsweg kennengelernt haben, ließ nicht lange auf sich warten: Voller Freude schlossen wir uns in die Arme!

Wir haben rasch das Vierer-Zimmer unserer Herberge bezogen. Das ist wirklich liebevoll hergerichtet - für jeden liegt ein Betthupferl auf dem Kopfkissen.

Unsere morgige Strecke sprechen wir bei einem nur kleinen Alster durch - 
schließlich soll es früh zu Bett gehen, sodass wir genügend Energie für die morgige Etappe sammeln können.


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Im gegenüber liegenden Pilger-Office haben wir uns vor dem Aufbruch noch den so wichtigen Pilgerpass, auch bekannt als "Credencial", besorgt.

Er weist die Pilger als solche aus und ermöglicht so den Zutritt zu den Pilgerherbergen. In jeder Herberge bekommt man einen Stempel und somit Zutritt zur Unterkunft. Am Ende des Jakobswegs ist der Pilgerpass - hoffentlich - voller interessanter Stempel. Anhand derer lässt sich  am Ende nachvollziehen, an welchen Orten man während der langen Tour genächtigt hatte.


Der Pilgerpass kostet 2 Euro. Zusätzlich erhält man viele hilfreiche Tipps für die ersten Etappe.  Gerade der erste Tag über die Pyrenäen hat es in sich. Man wird davor gewarnt, dass es sehr sehr anstrengend werden kann ...

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Der Tag startet früh am Morgen. Zwei der schwersten Etappen des gesamten Caminos liegen vor uns. Jeroen, unser "Geher", startet als erstes. Ihn können David und ich erst bei Kilometer 30 mit dem Rad überholen. Wir quälen uns wie Schnecken über die sehr steilen Wege bis zum Top auf 1.427 Meter. Selbst gemütliche Pilger sind schneller als wir. Belohnt werden wir jedoch mit einem traumhaften Ausblick über die Pyrenäen.

Wenn es lange bergauf geht, dann geht es zum Glück auch wieder bergab. Das macht mit dem Fahrrad dann umso mehr Spaß. Mit 47 km/h rasen wir die Berge runter.

Weiter geht es durch Wälder und über die Landstraße bis wir nach 47 Kilometern um 15 Uhr wie geplant in der Herberge in Zubiri ankommen. Aber: Unglaublich! Da sitzt seit 40 Minuten bereits unser "Jogger"!

Während wir auf unseren letzten Mitstreiter warten, vertreiben wir uns die Zeit mit den üblichen Verpflichtungen: Duschen, Kleidung waschen und etwas Essen für den Abend kaufen. Typischer Pilgeralltag.

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Nachdem wir einen der wohl härtesten Tage hinter uns gebracht haben, gehen wir den zweiten Tag nun ganz entspannt an. Nach einem guten Frühstück in der Herberge brechen wir Fahrradfahrer und unser "Running man" um 8.15 Uhr auf. Um diese Zeit ist Jeroen schon ein paar Kilometer vor uns ...

Die heutige Route führt uns durch Pamplona, bekannt durch das jährliche Sanfermines (Stierlauf). Natürlich dürfen am heutigen Tage auch ein, zwei Steigungen nicht fehlen. Aber mittlerweile wissen wir ja: Was rauf geht, das geht auch wieder runter - bei mir mit einer Höchstgeschwindigkeit von 57 km/h.

Es wird Zeit für einen kleinen Zwischenstopp in Puente la Reina. Dieser Ort ist bekannt für seine altertümliche Brücke über den Fluss Arga. Jeder Pilger überquert diese Brücke auf dem Weg nach Santiago de Compostela.

Das Etappenziel des heutigen Tages ist schon um 13 Uhr erreicht - und nach der obligatorischen Wäsche  schleicht sich fast schon ein Gefühl von Urlaub ein. Zumindest bei mir. Die Läufer werden noch einige Stunden Zeit brauchen, bis wir sie am heutigen Ziel in Empfang nehmen dürfen.

Apropos: Vom Spendenziel 50.000 Euro sind wir zwar noch weit entfernt, allerdings sind die ersten Armbänder schon verkauft. Wir hoffen auf viele weitere Menschen, die uns bei unserer Sammlung für Bedürftige unterstützen wollen!

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Um 5 Uhr höre ich im Zimmer ein leises Knistern. Ich sehe Jeroen, wie er seine Sachen packt und bereit ist, in den dritten Tag zu starten. Ich verabschiede ihn kurz und schlafe noch ein bisschen weiter.

Um 8.15 Uhr dann aber verlassen David und ich gemeinsam mit João, unserem "running man", die Herberge. Nach 6 Kilometern kommen wir durchs erste Dorf und machen eine kleine Pause um etwas zu frühstücken. Unfassbar, João ist direkt hinter uns.

Nach einigen Kilometern erreichen wir "Bodegas Irache", einen Weinbrunnen. Leider ist bei unserer Ankunft kein Tropfen Wein mehr aus dem Hahn zu zaubern. Also gönne ich mir etwas Wasser und weiter geht es Richtung Los Arcos.

Endlich treffen wir auch auf Jeroen, der bis dahin bereits 30 km hinter sich gebracht hat. Wir begleiten ihn 5 km und machen gemeinsam eine lange Pause.

Viana, unser heutiges Ziel ist nun nicht mehr weit. Wir hinterlassen João an einem Wasserbrunnen (der Ort war zuvor abgesprochen) eine Nachricht mit der Information der heutigen Herberge, indem wir einen kleinen Zettel unter einen Stein legen, da er kein Handy mit sich führt. Ein Hauch von Steinzeit, aber sehr effektiv.

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João geht es heute leider sehr schlecht. Er kann nicht joggen, schließt sich aber Jeroen an und gemeinsam machen sie sich gehend auf den Weg nach Logroño. Dort holen wir sie auch ein.

In Logroño frühstücken wir gemeinsam und David und ich machen uns erneut auf den Weg mit dem nächsten Ziel Navarette. Der Weg führt uns durch einen schönen Park (Parc de la Grajera) an dessen Ende Marcelino Lobato Castrillo, ein Urgestein des Jakobsweges, in seiner Hütte wartet und fröhlich Pilgerstempel verteilt. Natürlich holen auch wir uns an diesem Ort einen Stempel für unsere Credencial und machen ein gemeinsames Erinnerungsfoto.

Nach einer kleinen Stärkung in Navarette geht es weiter über Nájera, Azofra und Cirueña nach Santo Domingo de la Calzada.
Dieser Ort ist bekannt für sein "Hühnerwunder". Zu dessen Erinnerung hängt ein Hühnerstall in der Kathedrale. Kräht der Hahn während man die Kirche betritt, bringt das Glück für die Pilgerreise. Vielleicht werde ich der Kathedrale heute mal einen Besuch abstatten...

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Der Tag startet frisch. Wolken behängen den Himmel und es ist mir unmöglich nur im T-Shirt bekleidet zu fahren. Nach einiger Zeit sehen wir Jeroen in der Ferne. Wir fahren etwa 10 km neben ihm her und leisten ihm dabei Gesellschaft. Nach Belorado trennen sich nach einer gemeinsamen Pause unsere Wege und wir müssen die N-120 mit dem Fahrrad nehmen.

Seit Beginn meiner Pilgerreise stehe ich mit Peter und Achim aus Oldenburg in Kontakt, die meinen Artikel in der Nordwest Zeitung gelesen haben und selbst gerade auf dem Camino unterwegs sind. Heute musste ich sie überholen. Als Erkennungszeichen beschrieben sie mir ihre Kleidung: blaue Rucksäcke und Schlapphüte. Zwangsläufig muss ich dabei sofort an Hape Kerkeling denken. Außerdem vereinbarten wir, dass sie laut "Moin Moin" rufen sollten, falls ich an ihnen vorbei fahre.
Ich erkannte sie sofort, wir unterhielten uns eine ganze Zeit und machten noch ein Erinnerungsfoto ehe sich unsere Wege wieder trennten.

Nun warte ich sehnsüchtig auf Jeroen. João musste seine Pilgerreise aufgrund seiner körperlichen Verfassung gestern leider abbrechen.

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Oh man, was für ein Tag :)
Jeroen verlässt die Herberge um 6 Uhr in der Früh. Wir haben alle schlecht geschlafen, die Betten quietschen und es ist kalt. David und ich treffen Jeroen nach 14 km in Burgos. Wir haben eine Verabredung zu einem gemeinsamen Frühstück. Dort entscheiden wir dann spontan, Jeroen heute fußläufig zu begleiten und das Fahrrad nebenher zu schieben.
Gesagt getan. Ich wechsle meine Fahrradhose und Fahrradschuhe gegen Shorts und Sneaker und laufe neben Jeroen her. Er ist glücklich, nicht alleine laufen zu müssen.
Wir sind ein starkes Team und nur als Team können wir es schaffen. Wir machen regelmäßig Pausen und genießen den Weg.

Auf dem Weg treffen wir auch auf zwei Deutsche, die heute ihren Weg in Burgos begonnen haben. Bei einem kurzen Gespräch erklären wir ihnen unser Projekt - und sofort spendet Stefan Geld für unser Projekt. Dafür gibt es auch eine Flüssigkeitsspende von mir, da ihnen das Wasser auf der Strecke nach Hontanas ausgegangen ist. Pilger helfen Pilgern. Das ist die Nächstenliebe, die ich auf dem Camino in aller Intensität erlebe.

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Halbzeit! Der gestrige Spaziergang tat meinem Popo sehr gut, sodass ich mich heute wieder frisch und frohen Mutes aufs Fahrrad schwingen konnte. Der Plan stand. 74 km bis Calzadilla de la Cueza. Wir verabredeten uns nach etwa der Hälfte mit Jeroen und schauten, ob wir das Tagesziel tatsächlich erreichen können. David und ich bereiteten ein Picknick am Fluss bei Fromista vor und warteten dort auf ihn.

Nach einer gemeinsamen Pause ging es weiter über meine unbeliebteste Etappe des gesamten Camino. 17 Kilometer nichts. Kein Schatten, kein Haus, nur eine lange gerade Schotterpiste. Wir begegneten noch einigen Wahnsinnigen, die sich in der Mittagszeit auf den Weg gemacht hatten und erreichten glücklich und erschöpft die Herberge. Jeroen wird spät kommen, aber er wird kommen.

Believe yourself and you are halfway there! Buen Camino!

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Dort wo alles begann.
Um unseren im Vorfeld gestalteten Etappenplan wieder einzuhalten, folgte heute erneut ein sehr harter und anstrengender Tag. Ich meine damit nicht die Kilometer, die ich mit dem Fahrrad zurücklegen muss. Vielmehr ist es die mentale Anstrengung bei dem Gedanken an die Schmerzen, die Jeroen täglich auf sich nimmt und sich jeden Tag so tapfer ins Ziel schleppt. Ich werde fast wahnsinnig vor Sorge.

Deswegen warteten David und ich heute in jedem Dorf (und davon gab es viele) auf Jeroen. Stück für Stück näherten wir uns unserem heutigen Ziel: Mansilla de las Mullas. Dem Ort, der Herberge, in der Jeroen und ich uns 2013 kennenlernten.
Den Abend verbringen wir bei einem selbst gekochten Essen und einem guten Wein gemeinsam und genießen ein Stück weit auch den Urlaub, den wir nebenbei haben.

"Be yourself; everyone else is already taken." Oscar Wilde

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Die Nacht war gut. Jeroen verabschiedet sich ausgeschlafen und mit weniger Schmerzen Richtung Léon. Dort verabreden wir uns zum Frühstück. Der Weg führt uns auf zum Teil viel befahrenen Straßen entlang. Teilweise ist es mit dem Fahrrad und den vielen Autos recht gefährlich.
Wer mich kennt, weiß genau, was mich heute antreibt - möglichst schnell nach Astorga zu kommen: zum  Schokoladenmuseum! So stelle ich heute neue Rekorde auf und komme nach 68 Kilometern in Astorga an. Im Museum kaufe ich - natürlich nach ausreichender Verköstigung - eine Schokolade für Jeroen, der heute wieder spät eintreffen wird.

Wenn der heutige Tag geschafft ist, folgt morgen ein erneut harter Tag. Wir nähern uns Galizien. Wer es nicht kennt: es wird wieder bergig. Aber es gibt für uns kein Zurück mehr. Santiago ist zum Greifen nahe.

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Unsanft werde ich heute morgen vom Hospitalero (Herbergsvater) aus dem Schlaf gerissen. Er geht von Zimmer zu Zimmer, schaltet das Licht an und wünscht allen noch Verbliebenden einen guten Morgen.
David und mir fällt der Weg aus Astorga bis nach Rabanal sehr schwer.

Wir haben das Gefühl nicht vom Fleck zu kommen. Der minimale Anstieg macht sich deutlich bemerkbar. In Rabanal stärken wir uns für die anstrengende Fahrt zum höchsten Punkt des Camino Frances. Unser Ziel: Cruz de Ferro (Eisenkreuz). Der Brauch besagt, dass an diesem Punkt ein von zu Hause mitgebrachter Stein abgelegt wird, als Symbol der auf dem Weg hinter sich gelassenen Sünden.

Da ich mich völlig frei von sämtlichen Sünden sehe, verweilen wir lediglich auf einer Bank im Schatten und beobachten die ankommenden Pilger. Jeroen ist leider noch nicht dabei. Der Weg bergab ist steil und sehr gefährlich. Meine Bremsen leisten ab diesem Moment eine deutlich größere Leistung als meine Muskeln und so kommen wir sicher am heutigen Etappenziel an.


"Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten." Katharina von Siena

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Endlich geht es Richtung Galizien. Meine Freude darauf wird am Morgen bereits getrübt, nachdem ich fühle, wie frisch es draußen ist. Ein leichter Nebel liegt über den Feldern.

Was nützt es! Wir radeln uns einfach warm und als wir uns den ersten Vorboten des O Cebreiro nähern, kann der Pullover schon wieder ausgezogen werden.

Mit fehlt heute sämtliche Energie und Kraft in den Beinen. Selbst gerade Strecken ohne Anstieg fallen mir schwer.

Ich habe das Gefühl, einen blinden Passagier namens Elefant auf meinem Gepäckträger zu transportieren.

Als wir uns dem Berg nähern, geht es stetig steil bergauf. Wir müssen regelmäßig Pausen zum Verschnaufen machen. Die Muskeln in den Beinen brennen. Belohnt werden wir mit einer traumhaften Aussicht über galizische Berge. Endlich ist es wieder grün.

Heute ist der letzte Tag über 50 Kilometer für Jeroen. Ab morgen werden die Etappen kürzer. Santiago ist schon fast in Sicht!

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Ein fröhliches Hallo aus Portomarin!
Auf meiner Map kann ich exakt sehen, wo sich Jeroen am Morgen, als David und ich die Herberge verlassen, befindet. Er hat sich nicht wie gewohnt zügig fortbewegt. Wir treffen nach etwa 5 Kilometern auf einen niedergeschlagenen Jeroen: Er hat wiederkehrende starke Schmerzen in seinem Schienbein, dass er eine geschlagene Stunde im Ort eine Zwangspause einlegen musste.

Nach einem gemeinsamen Frühstück geht es für uns getrennt weiter. David und ich nehmen uns wieder der hügeligen galizischen Landschaft an. Ein Fuchs rennt, etwas aufgeschreckt durch unsere Fahrräder, etwa 200 Meter Haken schlagend vor uns her, bis er sich hinter einem Busch verkriecht.

Ab dem Ort Sarria pilgern viele Menschen nur um die Compostela zu erhalten, die man bekommt, wenn man 100 Kilometer per pedes bis nach Santiago zurück gelegt hat. Der freundliche Pilgergruß "Buen Camino" wird selten erwidert. Störrisch laufen die Menschen in Massen wie Ameisen in Richtung Santiago.

Unser heutiges Etappenziel ist Portomarin, welches an einem Stausee liegt. Der Ortskern, der damals am Hang lag wurde später höher angelegt und die gesamte Stadt demnach auf einen kleinen Hügel versetzt.

Wir haben den 100-Kilometer-Stein bereits passiert.

Santiago ist zum Greifen nahe.

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Ist das Leben auch manchmal schwer und erschleicht einen gelegentlich das Gefühl, dass einem ein ganzer Haufen Steine in den Weg gelegt wird, so lohnt es sich immer den steinigen Weg zu gehen, sei er noch so hart. Wie hat ein Kollege gestern passend gesagt: "Der Schmerz vergeht, aber der Stolz bleibt."

Ich sehe in den letzten Tagen viele Pilger mit schmerzenden Füßen. Sie sind zum Teil "erst" seit 60 Kilometern unterwegs auf dem Jakobsweg. Ich sehe von diesen Pilgern immer wieder welche, die in den Bus steigen, im nächsten Ort wieder aussteigen und sich in der örtlichen Herberge einen Stempel abholen. Den Stempel, der sie bemächtigt am Ende des Camino in Santiago die Compostela zu erhalten.

Jeder Pilger geht seinen ganz eigenen Weg. Einige entscheiden sich für den einfachen Weg. Machen sie das im wahren Leben, fernab des Camino auch?

Andere beißen sich durch, Schritt für Schritt, Meter für Meter. Werden sich diese Menschen am Ende voller Stolz im Spiegel betrachten?
Die Entscheidung, welcher Weg der Richtige ist bleibt bei jedem selbst.

Jeroen hat mir gezeigt, wie stark der menschliche Wille sein kann und zu was der Körper fähig ist. Seit Tag 2 lief er mit starken Schmerzen. Jeder Schritt eine Qual. Dieser Camino hat nicht den Genuss gebracht, den ein jeder sich von seinem Urlaub erwünscht. Aber es war ein Weg zu sich selbst und er brachte Erleuchtungen.

 Der Weg zeigt einmal mehr, dass das Leben nicht immer einfach ist. Der unbändige Wille gibt uns die Kraft auch steinige Wege zu gehen.


"Je steiniger der Weg, umso wertvoller das Ziel"

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Ich kann Santiago heute Morgen förmlich riechen. Das liegt nicht, wie vielleicht zu vermuten wäre, am Weihrauch des Botafumeiro (Weihrauchfass), welcher in der Kathedrale in Santiago zur Messe geschwenkt wird. Nein, der Weg zu unserem letzten Etappenziel führt uns durch Eukalyptuswälder. Der Duft ist atemberaubend.

Am Monte de Gozo, dem Freudenberg, von dem wir bereits die Türme der Kathedrale Santiagos sehen können, sind wir mit Jeroen verabredet - um gemeinsam die letzten 5 Kilometer bis zur Kathedrale zurück zu legen. Die letzten Kilometer, in denen wir uns gegenseitig anvertrauen, was der Weg in uns bewegt hat.

Mir hat er gezeigt, dass durch den menschlichen Willen so viel Kraft geweckt werden kann, das unmöglich geglaubtes möglich wird. Jeroen sagt sehr passend: "Auf meinem ersten Camino wollte ich alles alleine schaffen. Mein zweiter Camino hat mich gelehrt, Hilfe auch annehmen zu dürfen. Dieser Camino hat mich akzeptieren lassen, um Hilfe zu bitten." 

Ein passendes Zitat habe ich auf diesem Camino auf einer Mauer entdeckt: "No changes, no butterflies" - es ist nie zu spät für Veränderungen. Verändert die Welt und macht sie zu etwas Besserem!

Auf Eurem Weg einen "Buen Camino"!

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- 14 Tage
- 800 Kilometer
- 13 Rollstühle (bisher, wir werden weiterhin noch die letzten Armbänder verkaufen und so lange auch noch Spenden annehmen)
- 4 Fahrradstürze (ich hatte davon keinen)
- 2 wunde Popos
- 6 Blasen an den Füßen
- zwei kaputte Unterhosen
- zwei Paar kaputte Socken
- ein Paar kaputte Schuhe
- zwei zerbrochene Wanderstöcke
- 1 komplett zerstörtes Teammitglied
- minus 9 kg Körpergewicht bei Jeroen
- keine einzige Fahrradpanne
- kein kaputter Schlauch
- keine abgenutzten Bremsen

Wir haben viel verloren/kaputt gemacht auf dem Weg - aber eines haben wir dazu gewonnen: einen unfassbar großen Stolz. Schmerz vergeht, aber Stolz bleibt!
13 Menschen und deren Familien dürfen sich auf eine positive Zukunft freuen. 13 Menschen dürfen endlich unabhängig ihr Leben gestalten!

Es war uns eine Ehre, die Walkabout Foundation zu unterstützen!

Ich bedanke mich bei allen Unterstützern. Bei allen, die uns täglich mit ihren Nachrichten motiviert haben, die Geld gespendet haben, bei allen, die unser Projekt über die Medien bekannt gemacht haben.

Es ist nicht unser Erfolg. Es ist der Erfolg aller, die einen kleinen Teil zu diesem Projekt beigetragen haben!

Danke!
Katharina Türke

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Für (schriftliche) Nachfragen zur Spendenmöglichkeit und dem Verkauf der Armbänder sollten sich Interessenten an Katharina Türke wenden:

Telefon: (0173) 6767316
Mail:        800kteam.walkaboutfoundation@gmail.com

Spendenseite von Katharina Türke:
https://uk.walkaboutfoundation.org/katharina-tuerke-s-800-kilometer-tour-through-spain.html


Multimedia-Dokumentation:
Marc Geschonke
für die NWZ Lokalredaktion Oldenburg
und www.nwzonline.de 


Fotos:
Katharina Türke
Marc Geschonke
Deutsche Presseagentur (dpa)
Walkabout Foundation


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