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NWZ-Ratgeber Einbruchschutz

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Auch das beschauliche Oldenburg ist nicht vor bösen Buben gefeit - die Einbruchszahlen lagen hier 2016 auf Rekordniveau: 434 Mal wurde im vergangenen Jahr in Oldenburger Wohnungen eingestiegen, 187 weitere Male blieb es bei einem bloßen Versuch. Das klingt im Vergleich zu den hiesigen rund 86000 Wohnungen in der Stadt eher wenig. Dennoch ist Obacht geboten, denn treffen kann es tatsächlich jeden.

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2016 war zumindest in Sachen Einbruchshäufung statistischer Höhepunkt der letzten zehn Jahre. Und ganz aktuell, Anfang Juli 2017? Nun. „Die Zahlen stagnieren, der Trend weist sogar eher nach unten“, sagt da Franz Reinermann von der Polizeiinspektion Oldenburg-Stadt, ohne konkrete Werte zu nennen.

Ganz ähnlich war’s im Jahr zuvor, zumindest bis zu den Sommerferien. Denn dann veränderte sich die Statistik rapide, die Einbruchszahlen stiegen sprunghaft an, Bürger waren verängstigt, die Polizei zuweilen ratlos – lediglich 18 Prozent aller erfolgreichen Einbruchsdelikte wurden aufgeklärt, immerhin 43 Prozent aller versuchten. Und dann kam ja auch noch die dunkle Jahreszeit ...

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Auch wenn Einbrecher rechtlich gesehen ziemlich dumme Dinge tun, werden sie es selbst gewiss nicht sein. Auch sie gehen mit der Zeit, sind mit aktuellen Sicherheitstrends vertraut, passen sich neuen Gegebenheiten an - und das oftmals sehr erfolgreich. Sie machen sich zwar nach wie vor aufgemalte Symbole ("Gaunerzinken") und andere lang erprobte Tricks zunutze.

Böse Buben sind aber natürlich auch in Sozialen Medien aktiv – und freuen sich besonders, wenn ihnen mit öffentlich gestellten aktuellen Urlaubseindrücken auf Facebook eine „Abwesenheitsnotiz“ quasi frei Haus geliefert wird. Das erspart ihnen Kontrollanrufe bei möglichen Opfern – und sie können sogleich zur Tat schreiten... sehr praktisch!

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Lustiger Verweis mit eher ernstem Hintergrund: Dieses durchaus provokante Motiv hatte eine Polizeibehörde in Nordrhein-Westfalen im Sommer 2016 veröffentlicht - mit durchschlagendem Erfolg, zumindest aus Marketing-Sicht. 

Das Bild wurde damals zigtausendfach geteilt und weiter verbreitet. Dass es aber auch tatsächlich bei der Zielgruppe angekommen ist, darf bezweifelt werden. Dafür werden noch immer Millionen aktuelle Sonnenuntergänge am Meer via Facebook und Instagram veröffentlicht. Für potenzielle Straftäter ein leichtes Spiel. 

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Guter Einbruchschutz sollte trotz Sommerferien und Dunkelheiten keine Frage von Terminlagen und statistischen Hochphasen, sondern stets präventiv verankert sein. Das hilft nicht nur der Polizei – die wider Erwartungshaltung eben nicht immer und überall sein kann –, sondern in erster Linie jedem Bürger selbst. Je besser das Einbruchswerkzeug, um so besser sollten auch die Schutzmechanismen an und in den Gebäuden greifen.

Eine gesteigerte Aufmerksamkeit kann schon reichlich Unbehagen ersparen, eine gute Nachbarschaft noch viel mehr. Hier und da vielleicht noch etwas Elektronik und Mechanik – und schon müsste das Häuschen sicher sein. Oder? Nun. Nicht ganz. Wir haben auf den folgenden Seiten aber jede Menge zielführende Tipps und wichtiges Hintergrundwissen für Sie zusammengestellt.

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* Der durchschnittliche, bei einem Einbruch entstandene Schaden liegt bei knapp 2000 Euro, so heißt es aus der Versicherungsbranche. Die immateriellen Schäden aber - so der Verlust der Privatsphäre und des Sicherheitsgefühls - wiegen deutlich schwerer. Vor allem die Angst vor einer Wiederholung ist immens.

* Eine im Bereich des Polizeipräsidiums Wiesbaden durchgeführte Opferbefragung zur Jahrtausendwende bestätigt das: 93 Prozent aller Einbruchsopfer hielten sich vor der Tat gerne in ihrer Wohnung auf, heißt es. Danach war es hingegen nur noch jeder Dritte.

* Die Angst, erneut Opfer eines Einbruchs zu werden, stieg von 27 auf 87 Prozent. Auch das Sicherheitsgefühl verschlechterte sich demnach massiv: Vor der Tat fühlten sich nur 9 Prozent unsicher, danach 56 Prozent.

* Der Polizeilichen Kriminalstatistik entsprechend sind Jugendliche und Heranwachsende beim Einbruchdiebstahl im Vergleich zu ihrem Anteil an an den Straftaten deutlich überrepräsentiert.

* Fast drei Viertel der polizeilich registrierten Tatverdächtigen von Einbruchdiebstählen haben ihren Wohnsitz in der Tatortgemeinde oder zumindest im gleichen Landkreis. Man kennt sich also aus. Lediglich jeder 20. Täter komme aus einem anderen Bundesland, jeder 50. Täter aus dem Ausland, so die (zehn Jahre alte) Statistik.

* Mindestens drei Viertel aller Tatverdächtigen sind beim Einbruchsdiebstahl bereits vorher mindestens einmal polizeilich in Erscheinung getreten.

* Nur wenige Täter verüben ihre Taten unter Alkohol- oder Drogeneinfluss und ebenfalls nur sehr wenige Täter sind tatsächlich gewaltbereit, heißt es von der Polizei. 


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"Wir haben 100 Einbrecher gefragt..." - so ähnlich zumindest könnten die Interviews der Polizei mit Kriminellen eingeleitet werden. Tatsächlich gibt es derartige Befragungen, deren Antworten immerhin auf Schwachpunkte in Häusern und Wohnungen hinweisen:

* "Beim klassischen Einbruch in Mehrfamilienhäuser zielt der Täter zumeist auf die Wohnungseingangstüren in den oberen Stockwerken ab. In den unteren werden diese aufgrund der Entdeckungsgefahr eher gemieden", heißt es da.

* Die überwiegende Zahl der Befragten gelangte über Fenster und Türen in das Gebäude, indem sie diese aufbrachen oder aufhebelten. Sehr "beliebt" waren demnach auf Kipp stehende Fenster und Türen, die ohne Weiteres geöffnet werden konnten.

* Im Einfamilienhaus nutzten 51,7 Prozent den Zugang über Fenstertüren, 31,7 Prozent über Fenster. Nur 9,1 Prozent kamen durch die Haustür, 6,8 Prozent via Kellerbereich.

* Im Mehrfamilienhaus gelangten Einbrecher zu 56,7 Prozent durch die Wohnungstüren, 22,6 Prozent durch Fenstertüren, 20,7 Prozent durchs Fenster.

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So seltsam es klingen mag – dienstags haben Einbrecher offenbar ihren Ruhetag. Kaum anders ist die Statistik zu erklären, die auch bei der Polizei für Verwunderung sorgt.

An allen anderen Wochentagen aber, vor allem zum Wochenende hin, scheinen die Gauner deutlich aktiver. Bevorzugte Zeiten (auch darüber gibt es interne Polizei-Statistiken) sind die Mittagszeit (gegen 11.30 Uhr), der Nachmittag (ab 16 Uhr) und die Nacht (zwischen 3 und 3.30 Uhr). Aber wie es bei Statistiken halt oft der Fall ist: es kann auch ganz anders sein.

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„80 Prozent aller Einbrecher bevorzugen den Weg über den Hinterhof“, sagt Kriminaloberkommissar Reinhard Schölzel. Und er weiß aus Erfahrung, dass viele Einbrecher gar nicht viel Werkzeug mitbringen müssen, „weil die Opfer selbst oft alles Nötige bereit liegen haben, was das Herz des Einbrechers begehrt“.

Leitern oder Bänke in und an Schuppen, vielleicht der Spaten hinter der Garage, auch praktisches Werkzeug jeglicher Art: Damit kommen die bösen Buben bevorzugt durch Terrassentüren, Wohnungstüren oder Fenster. Filigran, heimlich, still und leise - oder eher doch krachend mit Karacho.

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Seit einigen Monaten ist  verstärkt der Tätertyp  "Kitfalzstecher" im Nordwesten unterwegs. Er hat den klassischen Fensterbohrer etwas verdrängt: Der Täter sucht sich ein nicht zertifiziertes oder einbruchshemmendes Fenster, sticht mit einem spitzen Werkzeug zwischen Fensterglas und Fensterrahmen, zumeist in Höhe des Griffs. Das ist die Schwachstelle bei einem normalen Fenster - ganz gleich, ob Doppelglas vorhanden ist oder nicht. Wird die Spitze des Einbruchswerkzeugs durchgedrückt, reißt bzw. platzt die Scheibe zwangsläufig - der Fenstergriff kann genutzt werden.

Deshalb ist es sinnvoll, einen abschließbaren Griff zu installieren, der so stabil ist,  dass er mindestens 100 Newtonmeter Abriss- bzw. Abdrehfestigkeit aushält (gemäß DIN 18140 Teil 1).

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Immer schneller, immer gewitzter, immer vorsichtiger: VHS-Kurse zum Thema belegen Einbrecher natürlich nicht. Neben einigen Gelegenheits-Gaunern gibt es aber auch die durchaus professionellen.

Sie erlernen ihr Handwerk zumeist im Gefängnis – entweder von gesprächigen Mitinsassen oder dank der Fall-Akten über sie, die ihnen auf Wunsch zugänglich gemacht werden müssen. Das heißt: Täter wissen um Entwicklungen auf dem „Einbruchsmarkt“, kennen Materialien und Tricks allemal, aber auch etwaige Fehler, die zur Festnahme geführt haben. Diese werden sie sicher nicht wiederholen.

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Nach abschreckenden Mitteln und den erfolgreichsten Einbruchs-Verhinderern gefragt, antworten kleine wie große Kriminelle zumeist: „Neugierige Nachbarn“.

Insofern scheint ein guter nachbarschaftlicher Zusammenhalt - frei nach dem Motto "Passt Du auf mich auf, bin ich auch Dein Aufpasser" - durchaus gewinnbringend.

Überraschend: Überwachungskameras bewirkten oftmals das Gegenteil, heißt es bei den geständigen schweren Jungs - da sie eben potenzielle Langfinger auf fette Beute geradezu hinweisen und anlocken.

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In Oldenburg gebe es vor allem „Tätertyp 1“, wie Kommissar Reinhard Schölzel von der hiesigen Polizei sagt.

Heißt: Der Einbrecher geht vor seinem Beutezug für gewöhnlich tagsüber auf Erkundungstour, schaut sich Häuser und Gärten in aller Ruhe und bei Tageslicht ganz genau an, studiert mögliche Wege, drohende Gefahren und potenzielles Tatwerkzeug. Dies alles natürlich ohne Maske. Sein Vorteil: Weil es hellichter Tag ist und der Täter nicht weiter beachtet wird, hier wie dort vielleicht sogar noch ein unverdächtiges Pläuschen erfolgt, hat er zumeist freien Blick aufs Geschehen und die potenzielle Beute.

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Mögliche Szenarien, bei denen Anlieger durchaus genauer hinschauen sollten:

* Autos mit auswärtigen Kennzeichen (meistens sitzen darin gänzlich unbekannte Personen) fahren mehrmals langsam durchs Wohngebiet - vielleicht suchen potenzielle Einbrecher ja ein lohnendes Objekt?


* Fremde läuten im Haus gleich bei mehreren Wohnungen oder streifen auf dem Nachbargrundstück umher - vielleicht wollen sie ja auf diese Weise in Erfahrung bringen, ob jemand zu Hause ist.

* Fensterscheiben klirren, im Treppenhaus splittert Türholz, es wird gebohrt, gehämmert, gehebelt - unangekündigte Handwerkerarbeiten? Vielleicht sind es ja auch Einbruchsgeräusche!

* Flackerndes, abgeschirmtes Licht scheint im Dunkeln aus dem Nachbarhaus, Fenster sind ungewohnt abgedeckt? Möglicherweise gehen Einbrecher hier ja gerade ihrem Hobby nach.

* Unbekannte warten scheinbar grundlos auf der Straße, auch im Hausflur oder im geparkten Auto - vielleicht stehen sie ja bei einer Straftat Schmiere?



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So sehr Bewohner um ihren Besitz und die Schutzbedürftigkeit wissen, so sorglos gehen sie manchmal zu Werke. Viele potenzielle Einbruchsopfer machen es den Kriminellen auch wirklich zu leicht. Beispiele gefällig?

* Der Klassiker: Ein Schlüssel ist - natürlich nur für den Notfall - für die liebe Verwandtschaft unter die Fußmatte, wahlweise auch in den Blumenhängetopf neben der Tür, auf den Türrahmen oder unter einen größeren Stein davor gelegt. Dummerweise kennen diese Verstecke auch Einbrecher nur allzu gut. Und sicher noch viele weitere viel bessere...

* Passiert vor allem in hektischen Momenten: Die Wohnungs- oder Haustür wird nur ins Schloss gezogen, der Schlüssel aber nicht zusätzlich gedreht und die Tür tatsächlich abgeschlossen. Für Täter bedeutet das ein um so leichteres Spiel.

* Ebenfalls nicht ungewöhnlich, gerade an wärmeren Tagen: Fenster, Balkon- oder Terrassentüren bleiben einen Spalt weit geöffnet, sind auf Kipp gestellt. Das freut vor allem die Einbrecher.

* Rollläden sollten nur nachts geschlossen sein, tagsüber aber geöffnet werden. Das bringt Einbrecher nicht auf dumme Gedanken!

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Der Unterschied zwischen Gut und Böse, schnell erklärt: Gut ist, wenn Sternsinger Zahlen und Zeichen mit Kreide an die Hauswände schreiben. Schlecht ist, wenn genau das gleiche Kriminelle tun. „Gaunerzinken“, diese kryptischen Symbole auf Wegen, Briefkästen und Gebäuden, sehen niedlich aus, wie kindliche, naive Kritzeleien. Dahinter steckt aber eine Geheimsprache, die über Einkommens- und Familienverhältnisse oder gesundheitliche Zustände der jeweiligen Bewohner informiert. „Big Data“ also, an denen jeder Statistiker seine helle Freude hätte – hier aber von bösen Buben einzig zum Zweck der Auskundschaftung und späteren Heimsuchung erstellt.

Neben den gezeichneten Hinweisen gibt es ganz plastische Zinken. Hierbei werden Streichhölzer oder Zahnstocher zwischen Türzarge und Türblatt gesteckt, meistens darüber hinaus noch leere Zigarettenschachteln oder ähnlich auffällige Markierungen vor die Tür gelegt. So wird eine Anwesenheitskontrolle der Hausbewohner vorgenommen.

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In diesem Video gibt Hauptkommissar Peter Werkmüller von der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in Düsseldorf (NRW) Tipps zum Einbruchschutz.

Wo gibt es Schwachstellen im Haus? Wie gelangen Einbrecher in die Wohnung? Mit diesen technischen Mitteln kann man vorbeugen.

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Fünf bis sieben Minuten – sollte der Einbruchsversuch länger dauern, gibt der Gauner auf und versucht sich am nächsten ausgekundschafteten Objekt der Begierde. Dafür spricht nicht nur die Menge der in Oldenburg bekannten und gezählten abgebrochenen Einbruchsversuche.

Deshalb sind manuelle Vorkehrungen von so großer Bedeutung bei der Verbrechensabwehr. Nichts hält für immer. Aber sieben Minuten schaffen die meisten zertifizierten und wirklich sinnvollen Vorrichtungen. Reinhard Schölzel merkt an, dass „zu den normalen Bürgern nur normale Einbrecher kommen“ – keine Top-Profis. Die Chance, - entsprechend vorgesorgt -  verschont zu bleiben, ist damit also noch einmal deutlich größer.

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Wer einen Einbrecher auf frischer Tat ertappt, sollte nicht den Helden spielen und mit einst trainierten Japanrollen den Kontrahenten zu beeindrucken versuchen.  "Denn das könnte schlimm für Sie ausgehen", heißt es da von den Profis.  Die Täter vermeiden schließlich bewusst jede Konfrontation und planen ihre Aktionen zumeist dann, wenn sonst höchstwahrscheinlich niemand daheim anzutreffen ist.

Was aber passiert, wenn es zum Sichtkontakt und Wortduell kommt, weiß niemand. Diese Provokation gilt es zu vermeiden. Eigentümer und betroffene Mieter sollten deshalb besser alsbald die Polizei verständigen und sich Merkmale des Kriminellen einprägen.

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Haben Anlieger verdächtige Beobachtungen gemacht und sind unsicher, wie sie sich zu verhalten haben, ist ein Anruf bei der Polizei und überdies eine kurze Information an die Nachbarn sicher nicht verkehrt. Vier Augen sehen mehr als zwei, sechs und acht und zehn möglicherweise noch viele  weitere Dinge. 

Grundsätzlich sollten sich Nachbarn untereinander austauschen, allem voran ihre Telefonnummern. Weitere Unterstützungsangebote sind überdies bestimmt gern gesehen - beispielsweise bei Abwesenheit die gegenseitige Leerung der Briefkästen. 

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Ein Bewegungsmelder ist ein nettes Spielzeug, abschrecken wird er abgeklärte Profis aber nicht. Im Gegenteil, manchmal kann er Kriminellen sogar den Weg weisen. Und auch die Nachbarschaft reagiert nicht mehr, wenn schon ein Tier, Laub oder der Zeitungsbote das Lichtsignal auslösen.

Zwar bieten auch Alarmanlagen keinen 100-prozentigen Schutz. Allerdings können sie helfen, den Einbrecher dingfest zu machen (so beispielsweise über einen stillen Alarm, der direkt mit einem Sicherheitsdienst verkabelt ist) oder zumindest zu vertreiben (dies dann mithilfe einer schrillen, lautstarken Alarmierung). Die Installation von zertifizierten Profis ist dabei genauso wichtig wie geprüfte VDS-Qualität der Anlagen (DIN EN 45011). Falschalarme können schnell richtig teuer werden – zwischen 300 und 500 Euro sind da je Einsatz der Polizei fällig.

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Attrappe oder echte Kamera? Überwachung nur im Notfall oder dauerhaft übers Handy? Die günstige Hilfe aus dem Baumarkt oder doch die teure Profivariante? Nun, die Videokamera ist eine gute Ergänzung einer Schutzkonzeption - kann aber keine mechanische Sicherung ersetzen. Viele Täter, die nachts einbrechen, tun dies zumeist mit heruntergezogenen Kapuzen, dunkler Kleidung und weiteren Maskierungen.  Der Wert der Bilder ist also nicht allzu hoch - das Hab und Gut trotzdem weg. 

Und: Immer dann, wenn öffentlich zugängliche Bereiche aufgezeichnet werden, greift der Datenschutz - und juristische Streitigkeiten schließen sich rasch an. Bestenfalls sind Kameras da auf den Hauseingang oder die Terrassentür gerichtet.

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Nicht jede Wohnung ist sogleich "einbruchsicher", kann aber rasch um den ein oder anderen Kniff ergänzt werden. Sinnvoll bei allen Nachrüstungen und Neuinstallationen ist die Europanorm „DIN EN 1627“ (ab Widerstandsklasse RC2 aufwärts). Bei Türen dieses Standards beispielsweise ist sichergestellt, dass es in der Gesamtkonstruktion vom Türblatt über die Zarge bis zum Beschlag keinen Schwachpunkt gibt.

Aufeinander abgestimmte Türblätter, -rahmen, -schlösser, -bänder, Beschläge und Schließbleche – aber auch Fensterkonstruktionen – können den Einbruchschutz verbessern, allerdings nur bei fachgerechter Montage. Mehrfachverriegelungen an der Wohnungstür oder Querriegelschlösser (auch mit Sperrbügel) sind sinnvoll.

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Halten Sie Einbrecher fern von Ihrem Hab und Gut! Leicht gesagt? Ja, schon. Aber die Qualität eines Grabens oder Walls wussten einst schon Landesherren zu schätzen. Das können Sie auch!

Eine Umfriedung des Grundstücks ist hilfreich, um potenziellen Tätern die geübten Blicke zu verwehren. „Holzzäune sollten keine Querverlattung, sondern immer vertikale Latten haben“, sagt Schölzel, „der Zaun sollte  mindestens 1,80 Meter hoch und mit einer Kronensicherung ausgestattet sein.“ Empfehlenswert, nicht allein wegen ihres dichten Bewuchses, seien zudem Ilex- oder Feuerdornhecken. Einbrecher könnten sich daran verletzen und Spuren (Blut oder Faserstoffe) hinterlassen.

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Ist es dann doch passiert - und der Einbrecher hat sich in ihre sonst so schützenden vier Wände geschlichen -, sollten Einbruchsopfer bestenfalls  gar nicht erst die Wohnung betreten. Anderenfalls könnten die wenigen wichtigen (Finger-, Schuh-, DNA- oder Werkzeug-) Spuren überdeckt oder gleich in Gänze ausradiert werden. 
Werden also bei der Heimkehr Einbruchsspuren an Türen, Terrassen oder Fenstern entdeckt, sollte sogleich die Polizei verständigt werden.

Kurz und knapp: Nicht betreten, bloß nichts verändern, nichts wegwischen, aufsaugen oder aufräumen.
Nur die Polizei rufen!

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Als ob Einbruchsopfer unter dem verschwundenen Hab und Gut nicht schon genug leiden würden - das verlorene Sicherheitsgefühl wiegt bei den meisten ungleich schwerer. Und dann kommt auch noch die Polizei ins Allerheiligste ...

Bei der Nachbarschaft sorgt das sogleich für erhöhte Aufmerksamkeit - wovon  sich Betroffene aber nicht irritieren lassen und Nachbarn nicht die Ermittlungen stören sollten. Diese können sich schließlich rund ums ganze Haus und Grundstück abspielen, dazu auch sehr zeitintensiv sein.

Die Polizei muss Räume betreten und Schränke öffnen - das löst bei vielen Menschen unangenehme Gefühle aus, ist aber unvermeidbar. Immerhin: Alle Informationen werden absolut diskret behandelt. 


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Wer sich nicht gleich alle vorangegangenen Informationen  merken kann, schafft vielleicht mit sechs von der Polizei empfohlenen Verhaltensregeln eine gute Basis:

* Wenn Sie Ihr Haus verlassen - auch nur für kurze Zeit - schließen Sie unbedingt Ihre Haustür ab!

* Verschließen Sie immer Fenster, Balkon- und Terrassentüren. Denken Sie daran: Gekippte Fenster sind offene Fenster!

* Verstecken Sie Ihre Schlüssel niemals draußen! Einbrecher finden jedes Versteck!

* Wenn Sie Ihren Schlüssel verlieren, wechseln Sie den Schließzylinder aus!

* Achten Sie auf Fremde in Ihrer Wohnanlage oder auf dem Nachbargrundstück!

* Geben Sie keine Hinweise auf Ihre Abwesenheit!


(Quelle: polizei-beratung.de)

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Kriminaloberkommissar Reinhard Schölzel ist Beauftragter für Kriminalprävention der Oldenburger Polizei. Er sagt:

* Augenmerk muss gerade in der Urlaubszeit auf einer Vortäuschung der Anwesenheit liegen. Hier spielt das Licht eine große Rolle oder der abgestellte Pkw vor der Tür. Man sollte in der Urlaubszeit seinen Nachbarn bitten, seinen Wagen solange auf seinem Grundstück abzustellen.

Wichtig: Die Rollläden spielen eine große Rolle! Ein Großteil unserer Einbrecher orientiert sich nachweisbar daran, ob die Rollläden tagsüber heruntergelassen sind oder nicht. Wenn keine elektronischen Rollläden mit Zeitschaltuhr vorhanden sein sollten, dann gilt: Immer oben  lassen!

* Für mich ist eine mechanische Grundsicherung meiner Gebäudeaußenhaut wichtig. Hier habe ich persönlich nachgerüstet. Erst letzte Woche habe ich mir ein geprüftes (VDS) Kastenschloss mit Sperrbügel und Außenschließung für meine Haustür anbringen lassen.

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Der Einbruch in das Privateste bedeutet eine enorme emotionale und psychische Belastung - diese muss aber nicht alleine ertragen und aufgearbeitet werden. 

Der Weiße Ring ist ein gemeinnütziger Verein, der Kriminalitätsopfern beisteht und durch die schwierige Zeit nach einer Straftat begleitet, Hilfestellungen bei Behörden und anderen Organisationen gibt, Unterstützung (auch finanzielle) bei materiellen Notlagen leistet.

Alle Hilfen des Vereins sind für die Opfer kostenlos und sind weder an eine Mitgliedschaft noch an sonstige Verpflichtungen gebunden.

Der Weiße Ring ist täglich von 7 bis 22 Uhr unter folgender bundesweit gültiger Telefonnummer zu erreichen: 116006.

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Die neue Broschüre "Ungebetene Gäste" können Sie sich hier downloaden:
http://www.polizei-beratung.de/medienangebot/detail/1-ungebetene-gaeste/

Ein Faltblatt zur staatlichen Förderung bei einbruchshemmenden Maßnahmen finden Sie hier:
http://www.polizei-beratung.de/medienangebot/detail/227-einbruchschutz-zahlt-sich-aus/

Das Netzwerk Zuhause sicher hat online ein "interaktives Haus" erbaut, an dem Einbruchsgefahren anschaulich erläutert werden:
http://www.zuhause-sicher.de/einbruchschutz/interaktives-haus/

Download des Faltblatts zur Planung einer Alarmanlage:

http://www.polizei-beratung.de/medienangebot/detail/22-tipps-fuer-mehr-sicherheit-schlagen-sie-alarm...

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Die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle in Oldenburg hat nicht nur jede Menge Broschüren zum Einbruchschutz, sondern hilft auch gern persönlich und vor Ort weiter. Eine Terminabsprache mit Kriminaloberkommissar Reinhard Schölzel ist möglich unter Tel. (0441) 7904008.

Die neue Info-Broschüre "Ungebetene Gäste" gibt es in der Polizeiwache an der Wallstraße oder am Friedhofsweg.

Die NWZ hat auf ihrer Internetseite zahlreiche Berichte und Informationen zum Thema für Sie in einem Spezialbereich zusammengestellt. Diesen erreichen Sie unter:

  www.nwzonline.de/einbruchschutz

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Marc Geschonke für die NWZ-Lokalredaktion Oldenburg
in Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle Oldenburg


Fotos:
Deutsche Presse Agentur (dpa)
Marc Geschonke

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