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Der ewige Oldenburger

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Am ersten Spieltag der Basketball-Saison 2007/08 verloren die EWE Baskets in Bamberg mit 55:57. Auf Oldenburger Seite gab damals ein 24-jähriger US-Amerikaner mit sechs Punkten ein eher unauffälliges Bundesliga-Debüt.

Sein Name: Rickey Paulding.

Fast auf den Tag genau zehn Jahre später treffen die Baskets auf Science City Jena – und Paulding ist noch immer dabei. Wie gewohnt wird er die Mannschaft als Kapitän aufs Parkett der großen EWE-Arena führen. Es wird sein 408. Bundesligaspiel für die Baskets sein.


Foto: Ulf Duda/EWE Baskets



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Schnell war zu erkennen, dass den Baskets mit Rickey Paulding ein Glücksgriff gelungen war.

In seiner ersten Saison legte er durchschnittlich 12,7 Punkte, 3,7 Rebounds und 1,5 Assists auf.

Die Höhepunkte seiner Debütsaison gibt es hier im Video zu sehen.

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Wer über Basketball in Oldenburg spricht, kommt an Paulding nicht vorbei – nicht umsonst wird die Stadt auch „Pauldingburg“ genannt.

Der Flügelspieler ist eine Baskets-Ikone, kein anderer noch aktiver Bundesligaprofi hat länger ununterbrochen für einen Club gespielt. Starallüren sind ihm trotz seiner sportlichen Ausnahmestellung fremd, der dreifache Familienvater tritt stets bescheiden und freundlich auf.

Deutscher Meister, Vizemeister, Pokalsieger, Trainerwechsel und eine verpasste Playoff-Qualifikation: Paulding erlebte mit den Baskets viele Höhen und ein paar wenige Tiefen.

NWZ-Sportredakteur Christoper Deeken hat ihm mehrere Fotos aus den vergangenen zehn Jahren vorgelegt und Paulding ging nur zu gern mit auf Bilder-Reise.


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"Das war vor meiner ersten Saison – damals hätte ich niemals gedacht, dass dies der Beginn von zehn Jahren in Oldenburg sein würde. Ich habe am Anfang im Training keine Dunkings gemacht. Ich war ein junger Spieler, der neu war und wollte mich erst einmal zurückhalten.

Irgendwann sagte Daniel zu mir: Hey, ich habe dich auf Videos dunken sehen – warum machst du das hier nicht? Danach bin ich dann damit angefangen.“

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Das Rickey Paulding schon im College richtig gut stopfen konnte, ist in diesem Video, trotz der miesen Bildqualität, gut zu sehen.

Von 2000 bis 2004 lief er für die Tigers von der University of Missouri auf. Im NBA-Draft 2004 wurde er dann von den Detroit Pistons ausgewählt - das Team seiner Heimatstadt. Doch er sah keine NBA-Minute und wechselte nach Israel zu Hapoel Jerusalem.

Von 2005 bis 2007 spielte Paulding dann in Frankreich. Zuerst in Lyon, dann für Gravelines.

2007 dann der Sprung nach Oldenburg - ein Wechsel, der seine gesamte Karriere bestimmen sollte.






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„Mein erster Trainer bei den Baskets. Predrag hat mich überzeugt, nach Oldenburg zu kommen – es erwies sich als die beste Entscheidung meiner Karriere. Wenn wir beide nach der Saison Zeit haben, treffen wir uns mal zu einem Kaffee in Oldenburg.

Predrag ist so etwas wie mein Mentor. Ich hoffe, er ist ein bisschen stolz auf mich."

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 „Die Meistertrophäe in den Händen zu halten, war ein großartiger Moment. Die ganze Finalserie gegen Bonn war komplett verrückt – wie auch das fünfte Spiel.

Obwohl wir kurz vor Schluss hinten lagen, haben wir nicht aufgegeben und das Ding noch gedreht. Die Party hinterher war irre. Wir blieben noch lange auf dem Spielfeld und feierten mit den Fans.

Irgendwann entdeckte in dem Getümmel meine Frau und meinen Sohn – ich sah sie an und war einfach nur glücklich.“

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Nach einer guten Hauptrunde explodierte Paulding in den Playoffs 2008/2009.

Er erzielte in den Playoffs durchschnittlich 17,9 Punkte pro Partie und wurde zum wertvollsten Spieler der Finalserie gewählt.

Im Finale gegen Bonn legte er im Schnitt 19,2 Punkte und 4,6 Rebounds auf.




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„Meine Kinder sind bei fast allen Heimspielen mit in der Halle, sie bedeuten mir alles. Wenn ich nach schlechten Spielen nach Hause komme, helfen sie mir, auf andere Gedanken zu kommen. Dass sich die Kinder so wohl in Deutschland fühlen, macht es leichter für mich.“

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„Bevor Sebastian (Machowski) zu uns kam, hatte ich Sorge, dass er mich nicht behalten wollen würde. Wir hatten eine schlechte Saison hinter uns und ich dachte, er würde als neuer Coach alles umkrempeln.

Zum Glück setzte er weiter auf mich. Die erste Saison mit ihm war fantastisch, wir kamen ins Finale – leider war ich da verletzt. Unter Sebastian habe ich vor allem mein Offensivspiel verbessert. Mit ihm verbinde ich auch, dass er Julius Jenkins und Chris Kramer zu uns geholt hat – die beiden wurde meine besten Freunde.“

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„Ein tolles Bild. Zwischen mir und Mladen besteht eine ganz besondere Beziehung, sie ist schwer zu beschreiben. Er ist mehr als ein Trainer. Mladen schätzt mich nicht nur als Sportler, sondern auch als Person.

Auf dem Feld fordert er unheimlich viel von einem. Zugleich will er immer wissen, wie es mir geht, fragt nach der Familie und so weiter.

Mladen ist der Hauptgrund gewesen, warum ich meinen Vertrag noch einmal bis 2019 verlängert habe. Ich werde zwar älter – doch dank ihm habe ich immer noch Spaß am Basketball.“

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„Es war ein ganz besonderes Gefühl, in Oldenburg den Pokal zu holen. Ich hatte es ja sonst mit den Baskets nie zum Top Four geschafft. In diesem Jahr waren wir als Gastgeber automatisch qualifiziert und ich sagte mir: ,Okay, Rickey. Das ist vielleicht deine einzige Gelegenheit, diesen Titel zu gewinnen.’

Leider hatten wir viele Probleme in dieser Saison, zwei Wochen vor dem Turnier gab es den Trainerwechsel von Sebastian zu Mladen. Und dann wurde auch noch unser Center Adam Chubb krank. Jeder von uns dachte: ,Das war’s.’ Adam wollte uns unbedingt helfen, aber für mehr als ein paar Minuten im Halbfinale und im Endspiel reichte es bei ihm nicht. Wir haben dann alle auch für ihn gekämpft, Adams Vertreter Philipp Neumann war im Finale gegen Bamberg überragend.

Den größten Anteil am Erfolg hatte Mladen. Alles war so anders mit ihm, er brachte so viel Energie mit und gab uns die Freude am Basketball zurück.“

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„Ich muss lachen, wenn ich das Foto sehe. Nicht wegen Hubird – sondern, weil meine Frau hinterher zu mir sagte, dass dies der erste Buzzerbeater war, den sie von mir gesehen hat.

Noch so ein verrücktes Spiel. Wir gingen mit einem 27-Punkte-Rückstand in die Halbzeitpause. Als wir aus der Kabine zurück kamen, konnte ich gar nicht glauben, dass noch alle Zuschauer da waren – das hat uns unheimlich motiviert, noch einmal alles zu versuchen. Dieser Dreier zur Verlängerung am Schluss, die Entstehung mit dem vorher absichtlich verworfenen Freiwurf von Chris Kramer – da gehörte natürlich auch Glück dazu.

Wenn man auf dem Bild in die Gesichter der Zuschauer blickt, erkennt man, was in diesem Moment in der Halle los war. Einfach Wahnsinn.“

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In bislang 407 Bundesligaspielen hat Paulding insgesamt 5479 Punkte für die Baskets erzielt. In der seit 1998 geführten Rangliste der besten Werfer der BBL liegt er damit aktuell auf Platz zwei – ganz knapp hinter Derrick Allen (Jena/5482 Punkte), den er an diesem Sonntag im direkten Duell überholen könnte.

Trotz seines inzwischen fortgeschrittenen Basketball-Alters von 34 Jahren ist der 1,96 Meter große Modellathlet noch immer absoluter Leistungsträger bei den Baskets. In der vergangenen Saison markierte Paulding 16,6 Punkte pro Spiel – und legte so einen neuen Bestwert seiner Karriere auf.

Im April verlängerte er seinen Vertrag in Oldenburg um zwei weitere Jahre bis 2019.




Fotos: Ulf Duda/NWZ-Archiv/imago/DPA/Piet Meyer

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Kapitel 1 Einleitung

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Kapitel 2 2007

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Kapitel 3 2009

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Kapitel 4 Meisterschaft

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Kapitel 5 Kinder

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Kapitel 6 2013

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Kapitel 7 2015

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Kapitel 8 Pokalsieg

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Kapitel 9 Gamewinner

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Kapitel 10 Fakten, Fakten, Fakten

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